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Info 2575: Unser Lebensraum

Der Beweis
Hans Spielmann, Quellenangabe am Textende

«Mission B – für mehr Biodiversität» ist nicht bloss erfunden worden, um eine Fernsehsendung zu produzieren. Alle, welche Einfluss haben auf Vegetationsflächen, müssen handeln – jetzt, unablässig und unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Gesinnung.

Klar, nicht jede und jeder weiss auf Anhieb, welche Pflanzen nützlich sind und welche nicht oder gar schädlich für Insekten. Aber man kann sich erkundigen, sich schlau machen. 

Leider werden nichtheimische Pflanzen für das Siedlungsgebiet immer noch von Gärtnerinnen und Gärtnern, von Gartencentern und Baumschulen empfohlen. Interesse und die Bereitschaft, sich für die Belange der Insekten einzusetzen, fehlen vielfach. Gedankenlos werden weiterhin Kirschlorbeer, Glanzmispel (aktuelle Modepflanze), Thuja und Forsythien in rauen Mengen eingepflanzt. Die einen verdrängen wertvolle, standortgerechte Pflanzen, andere sind für Insekten schlicht wertlos. 

Pflanzen wie Sommerflieder oder Kanadische Goldrute finden immer noch viele Liebhaber, welche stets behaupten, sie würden rechtzeitig die Samenstände abschneiden – ausnahmslos fand ich bei meinen Kontrollgängen noch ausgereifte Samen. Es ist unbestritten, dass diese Pflanzen viele Schmetterlinge und Insekten anziehen, aber sind sie deswegen auch sinnvoll?

Endlich haben wir nun darüber eine wissenschaftlich fundierte Meta-Studie. Hier ein Textausschnitt aus einer Veröffentlichung der Yale University USA:

Der Einfluss eingeführter Pflanzen auf die einheimische Artenvielfalt hat sich in der Ökologie zu einem wichtigen Thema entwickelt. Jüngste Forschungsergebnisse liefern neue Beweise, dass die Vertreibung einheimischer Pflanzengemeinschaften die Hauptursache für den Zusammenbruch der Insektenpopulationen ist und damit auch für Minderungen in der Vogelwelt. Eine Bedrohung auf der ganzen Welt ist der Ersatz einheimischer Pflanzen durch nichteinheimische Vegetation.

Zu behaupten, nichteinheimische Pflanzen seien keine Bedrohung für die biologische Vielfalt, ist Unsinn. 

69 Prozent der Raupenarten weltweit können sich nur auf einer einzigen Pflanzenfamilie entwickeln. Angesichts derart eingeschränkter Ernährung liegt es nahe, dass die Verdrängung einheimischer Pflanzen durch nichteinheimische Arten überall tiefgreifende Auswirkungen auf die Populationen pflanzenfressender Insekten hat. Die Studie beweist, dass durch invasive Pflanzenarten, die wir in unsere Grünanlagen pflanzen, die Insekten abnehmen.

Fast alle Singvögel ziehen ihre Jungen mit Insekten auf. Wenn es immer weniger Insekten gibt, gibt es auch immer weniger Vögel. In Anlagen, in welchen nichteinheimische Pflanzen dominieren, gab es 1,5 Mal weniger Eier und die Vogelbruten sanken gar um 60%.

Sind also nichteinheimische Pflanzen schlecht? Definitiv ja.

Also, worauf warten wir noch? Entfernen wir die invasiven Pflanzen und nach und nach auch die unnützen (nichteinheimischen), die wir durch wertvolle (heimische) ersetzen. Zudem lassen wir alles noch ein bisschen verwildern, damit sich auch noch die Igel, Molche, Blindschleichen und Wespenspinnen wohlfühlen!

Quellenangabe: 

Artikel im Turmfalken Nr. 62 (Mitteilungsorgan Natur- und Vogelschutz 
Kt. Bern) von Peter Lüthi, www.stolz-naturgarten.ch, 031 934 36 38. Planung, Gestaltung und Unterhalt von NATUR-Gärten und -Landschaft.


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