„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quellen: „vogelwarte.ch“, „nabu.de“ und „Schweglerkatalog“

Kleiber sind zurück
Der Kleiber ist der einzige einheimische Vogel, der nach unten klettern kann. Er hat einen auffälligen schwarzen Augenstreif vom Schnabel durchs Auge zur Schulter, eine weisse Wange, eine orangebeige Unterseite und darüber von der Haube über den Rücken, die Flügel und den Schwanz ein wundervolles, blaugrau gefärbtes Federkleid.

Er ist ein ausgesprochen umtriebiger Geselle. Mit 12 bis 15 Zentimetern von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende und bestenfalls 25 Gramm Gewicht gehört er nicht gerade zu den Riesen der heimischen Vogelwelt. Doch wenn er etwa im Winter an der Futterstelle auftaucht, strotzt der Kleiber nur so vor Selbstbewusstsein. Er schlägt kurz Krawall, damit die Konkurrenz sich trollt – was sie in der Regel auch tut –, schnappt sich zielgerichtet einen Sonnenblumensamen und fliegt wieder davon.

Seinen Namen verdankt er der angeborenen Fähigkeit, den Eingang seiner Bruthöhle bis auf die passende Grösse mit Lehm zu verkleben. Dadurch hält er sich grössere und unliebsame Nistplatzkonkurrenten wie den Star vom Leib. Samen klemmt er in Baumrindenritzen und spaltet sie, indem er mit seinem starken, spitzen Schnabel wie mit einem Beil auf sie einhackt. Im Gegensatz zu Baumläufern und Spechten benutzt der Kleiber den Schwanz beim Klettern nicht. Er hält sich allein mit seinen kräftigen Füssen und Zehen fest. Kleiberpaare pflegen einen engen Umgang miteinander, selten sieht man sie solo. Diesen Winter sind sie vermehrt an der Futterstelle anzutreffen. Letzten Winter liessen sie sich gar nicht blicken. Aber diesen Winter tragen Buchen und andere Waldbäume nur mässig Früchte und sie suchen ihre Nahrung vermehrt im Dorf. Seit Ende Oktober besucht ein Kleiberpaar unsere Futterstelle fast täglich. Um die Verarmung rund ums Haus und in der Intensivlandwirtschaft etwas auszugleichen, könnten wir ihnen Nisthöhlen anbieten.

Der Kleiber liebt üppigen, grösseren Brutraum. Normale Meisenkasten sind ihm zu eng. Sehr geeignet ist die Kleiberhöhle 5KL von Schwegler. Am einfachsten direkt beim Importeur www.kuepfer-gaeumann.ch, Telefon 031 991 00 91 in Bern/Bethlehem zu beziehen. Kasten nach Möglichkeit 5 m oder höher anbringen. Einstreu ist nicht erforderlich. Der Kleiber baut sein Nest aus Rindenstückchen selbst.

Je nach Witterung suchen Kleiber ab Ende Februar eine geeignete Nisthöhle. Dabei hat sich das Kleiberpaar meist schon im Spätsommer des Vorjahres gefunden und gemeinsam den Winter verbracht. Ab Ende März geht es dann mit dem eigentlichen Nestbau los. Mitte April legt das Weibchen fünf bis acht Eier, die zwei Wochen lang bebrütet werden. Im Alter von knapp vier Wochen sind die Jungen flügge und sie verlassen die Geborgenheit der Nisthöhle. Noch im Juni lösen sich die Jungkleiber von den Eltern. Schon am Ende ihres ersten Lebensjahres werden sie geschlechtsreif und gehen auf Partner- und Reviersuche, meist nur wenige Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt.