„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quelle „nabu.de“

Beim Werken im Garten ist weniger oft mehr

Mit Hilfe von Laub, Ästen und Zweigen können Gartenbesitzer, wenn sie denn wollen, ihre Gärten im wahrsten Sinne des Wortes „beleben“. Zusammengerechte Laubhaufen sind für Igel und die Larven vieler Schmetterlinge eine wertvolle Überwinterungshilfe. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen finden dort Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf.

Igel, die jetzt mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf beginnen, nutzen Laub- und Asthaufen gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit ebenso wie viele Kleinlebewesen, die sich dorthin zurückziehen. Am eindrucksvollsten präsentiert sich so ein Asthaufen dann im Frühjahr: Zaunkönig und Rotkehlchen, Erdkröte, Spitzmaus und ein Millionenheer an Insekten und Spinnen machen den Haufen zu einem richtigen „Tierhotel“. Das ist nicht nur ein spannendes Beobachtungsfeld, sondern auch eine Stütze für jeden Gärtner, denn viele dieser Tiere sind nützliche Helfer beim biologischen Pflanzenschutz. Diese Kleintiere sind unerlässliche Helfer, was die Bodenaufbereitung angeht und dienen als Nahrung für Vögel im Winter.

Die ökologischen Schäden, die motorisierte Laubsauger anrichten, die durch die Gärten mit der Lautstärke eines Presslufthammers rattern, sind dagegen enorm: Millionenfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt. Für den Sog werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Kilometer pro Stunde und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Vor allem Käfer, Spinnen, Tausendfüsser, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden die Tiere und Insekten meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stossen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

Deshalb besser auf Laubsauger verzichten, lieber zu Besen und Rechen greifen und das Laub, insbesondere unter Sträuchern und Bäumen, liegen lassen. Schliesslich ist der Laubfall kein Abfall, sondern eine hervorragende Recyclingmethode der Natur. Kein Garten ist zu klein, um nicht ein bisschen Platz für einen Ast- oder Laubhaufen zu bieten.