„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quelle: nabu.de

Garten des Grauens

Stein und Bahnschotterwüsten erobern unsere Gärten
Steingärten werden, wie früher die monotonen Rasenflächen, immer beliebter. Darunter leidet die Artenvielfalt in unseren Gemeinden. Dabei ist zwischen „echten Steingärten“ und den trendigen Steinwüsten zu unterscheiden:
Zweck des echten Steingartens ist es, unter Verwendung von Kies, Steinen oder Splitt, einen optimalen Standort für Pflanzen aus der Gebirgsflora oder für trockenheitsverträgliche Pflanzen herzustellen. Ein vielfältig gestalteter Steingarten kann daher durchaus artenreich sein.

Garten bedeutet immer Arbeit
Wer seinen Garten mit Steinen abdeckt und ein Vlies unter die Steinschicht legt, erwartet wenig Arbeit, da Rasenmähen, Gießen und Unkraut jäten wegfallen sollen. Doch auch im Steingarten gibt es immer etwas zu tun. Blätter fallen auf die steinernen Flächen und müssen aufgesammelt werden, denn sonst bildet sich Humus in den Zwischenräumen und Gräser und Pflanzen siedeln sich an. Eigentlich sollten diese Kiesflächen gar nicht als „Garten“ bezeichnet werden dürfen. Ökologisch tot in verschiedenen Grautönen kommen sie daher, wobei mit Steinen gefüllte Gitter als Umzäunung wohl die Krönung des Nicht-Gärtnerns darstellen. Zeit, die echte Gärtner fürs Gärtnern „vergeuden“, können Schottergartenbesitzer dazu nutzen, schon mal die passenden Pestizide auszuwählen, die sie nach ein paar Jahren zur Entmoosung ihrer Endmoränenlandschaft einsetzen können. Heimlich natürlich, denn die Anwendung im Gartenbereich wäre eigentlich gar nicht erlaubt.

Ein naturnaher Garten würde genauso viel oder wenig Arbeit machen. Heimische Pflanzen brauchen, im Gegensatz zu standortfremden Pflanzen, wenig Pflege. Außerdem locken sie Schmetterlinge, Hummeln und Vögel in den Garten. Wer seinen Garten standortgerecht plant und pflegt (weniger ist oft mehr), schafft ein Stück Natur und trägt zur Artenvielfalt bei.
Gerade Vorgärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima. Sie bilden ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern.