„Rund ums Haus“

Vorsätze fürs neue Gartenjahr
Quelle: „Der Bund“ 6. Januar 2020 Artikel von Sarah Fasolin, gekürzt durch Hans Spielmann

Aufrüsten beim Wasser
Längere Trockenperioden gehören wegen des Klimawandels immer mehr zum Jahresverlauf. Wassersammeln ist angesagt. Bei jedem noch so kleinen Dach – vom Velounterstand bis zum Geräteschuppen, ja sogar beim Tomatendach – lässt sich eine Rinne anbringen und das Regenwasser in ein Fass oder einen Tank leiten. Bei Neubauten unbedingt einen grossen Regenwassertank in den Boden versenken.

Entfernen was wenig Wert hat
Invasiven Gehölzen wie Kirschlorbeer, Essigbaum, Robinie, Sommerflieder und Götterbaum zu Leibe rücken. Zum einen sind diese nicht heimischen Sträucher für Insekten weitgehend wertlos, zum anderen breiten sie sich aggressiv aus und verdrängen einheimische Pflanzen. Bei dieser Gelegenheit gleich auch jene Ziersträucher ausgraben, die keinen Nektar bilden und deshalb kaum ökologischen Wert haben. Dazu gehören Forsythie, Ranunkelstrauch oder Hortensien. Die entstandenen Lücken werden mit bienenfreundlichen Sträuchern wie Kornelkirsche, Wildrosen, Alpen-Johannisbeere oder Weissdorn bestückt. Das Bereinigen braucht etwas Muskelkraft, gibt einem aber das super Gefühl, das Richtige und längst Überfällige getan zu haben.

Weg mit dem Schotter
Den vor ein paar Jahren angelegten und doch nicht so überzeugenden modischen Schottergarten wieder rückgängig machen und das Trennvlies entfernen. Die Steine an einem sonnigen Standort zu einem Haufen aufschütten, wo er Kleintieren Unterschlupf bieten kann. Die gewonnene Fläche nun möglichst insektenfreundlich bepflanzen. Zum Beispiel mit einer Magerwiese. Das gibt – abgesehen vom zweimal jährlich durchzuführenden Schnitt – auch kaum zu tun und erfreut das Herz bei jedem Anblick.

Das Unvollkommene lieben lernen
Nicht verzweifeln, wenn man nicht alles schafft. Die Natur hat und nimmt sich Zeit. Gärtnerin und Gärtner brauchen Geduld. Der passionierte Gärtner Hermann Hesse soll mit Blick auf seinen Garten einmal gesagt haben: „Man muss sich entschliessen, auch die Unvollkommenheit zu lieben“.