Info 2575: Editorial

Das Leben in der schönsten Gemeinde am Bielersee-Südufer
Lukas Lüscher

Das „behäbige, einfache, freundliche und unkomplizierte Dasein“ mit den komplexen Herausforderungen von aussen verbinden, um Täuffelen-Gerolfingen auch in Zukunft nachhaltig zu entwickeln, um weiterhin ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort zu bleiben. Das sind Punkte, welche unsere Gemeinde heute und morgen beschäftigt.

Geboren und aufgewachsen in Täuffelen-Gerolfingen zog es mich nach der Berufslehre und dem Ingenieurstudium in Biel nach Zürich und in die Städte von Europa. Es folgten viele lehrreiche Jahre, privat und beruflich. Besonders die Sicht von „aussen“ empfand ich immer wieder als besonders wertvoll.

Diese Sicht begleitete mich in viele schöne und auch besondere Erlebnisse. Es bot sich mir einmal die Gelegenheit an, ein europäisches Unternehmen in der Schweiz längerfristig zu begleiten und die neuen Niederlassungen und Tochtergesellschaften mitzugestalten. Dabei stützten wir uns auf die Empfehlungen vom Bundesamt für Wirtschaft, der damaligen Organisation osec (heute: Switzerland Global Enterprise). Für mich als Landjunge, „äbe eine us Täuffele“, war es wunderbar zu erkennen, welchen Stellenwert das Berner Seeland zunehmend erhielt. Zu dieser Zeit fanden einige bekannte Ansiedlungen von Firmen im Berner Seeland statt.

Heute, rund 15 Jahre später, hat sich vieles bewegt, verändert und ja, zusammengefasst hat das Berner Seeland überdurchschnittlich an Stellenwert gewonnen. Immer mehr Menschen aus vielen Teilen der Schweiz arbeiten in unserer Region. Aus meiner damaligen Sicht von „aussen“ eine logische Folge, denn hier lebt man einfach gerne und gut. Persönlich lebe ich auch wieder in meiner Heimat, nun bald seit 10 Jahren.

Die Dichte der Menschheit wächst beinahe unaufhaltsam und überdurchschnittlich schnell und wir sind aus vielen, vielen Gründen unseren Nachkommen schuldig, Verantwortung zu übernehmen; Nachhaltigkeit, Umwelt, Kulturen, Bildungswege, anpassungsfähige Wirtschaft und ganz bestimmt nicht zuletzt wegen unserem Land und unserer Gemeinde. Wie denkt ihr über die im 2020 von uns allen erlebten Phase der aufgezwungenen Entbehrung nach? Hat diese Einschränkung und die Bewusstseinsförderung, dass Abschwung nicht direkt mit Misserfolg etwas zu tun haben muss, neue Sinne oder alte Ideen in die Mitte der Tagesgespräche gerückt? Wurden nicht jeweils spannende Ideen in der Not entwickelt? Wurden Bedürfnisse befriedigt oder neue Bedürfnisse geschaffen?

Vielen Freunden, Vereinskollegen und einfach allen Menschen bei Gesprächen zu helfen, die Sicht von „aussen“ immer mal wieder zu betrachten und dann Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln für die Zukunft, das freut mich jeweils besonders. Von links und rechts erhielt ich freundschaftliche Aufmunterungen, in unserer Gemeinde ebenfalls Verantwortung mitzutragen und dem Gemeinderat beizutreten. Diesen Plan kann ich nun gut in die berufliche und familiäre Agenda integrieren und deshalb freue ich mich auf die gebotene Möglichkeit, den Gemeinderat zu unterstützen.

Als Schüler in der Jugi oder dem Surfclub Täuffelen, später im Turnverein und viele Jahre als Mitglied und Präsident der SLRG Täuffelen haben wir einfachere Verantwortungen übernommen. Später im Beruf, bei politischen Fragen und die wohl schönste und anspruchsvollste Verantwortung als Familienmensch und Vater von zwei Kindern, welche heute das gute Schulsystem und die vielen Vereinsangebote in der Gemeinde geniessen.

Lassen wir weiter Täuffelen-Gerolfingen nachhaltig entwickeln, lassen wir gute lokale und regionale Angebote entstehen, Bildung hochhalten, die Weitsicht oder eben: die Sicht von „aussen“ in allen Planungen und Finanzierungen einfliessen und dabei jeden Tag mit der Familie und Freunden in der schönsten Gemeinde am Bielersee-Südufer geniessen.

Herzliche 2575er-Grüsse