„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quellen: SVS/BirdLife Schweiz/Vontobel-Stiftung

Segler in unserem Kirchturm

Dank Voraussicht der Kirchgemeinde konnten auch dieses Jahr Mauersegler im Kirchturm Junge grossziehen. Möglich machte dies die Verschiebung der Restaurationsarbeiten vom April in den August 2019. In den vorhandenen 32 Nistkästen wurden 22 Gelege mit rund 54 Jungen gezählt. 2018 schlüpften in 15 Gelegen gegen 34 junge Segler, 6 davon verhungerten. Auch dieses Jahr schafften es 5 nicht.

Nach dem Abbruch des Hotels Bären im letzten Jahrhundert suchten die „Spyre“, wegen ihrem Ruf oft so genannt, neuen Nistraum. Weitsichtige und verantwortungsvolle Mitbürger bauten daher in der Kirchturmspitze unter der Anleitung von Alfred Engeler (Kantonale Fachstelle) 32 Nistkästen. Mitbewohner sind oft Spatzen, aber es hat Platz genug. Einer der Kasten ist komplett ausgefüllt mit Bienenwaben.

Mauersegler verbringen praktisch ihr ganzes Leben in der Luft. Einzig zum Brüten benötigten sie „Bodenkontakt“. Denkbar ist, dass Jungvögel nach Abflug aus der Bruthöhle erstmals nach 3 Jahren ihre Füsse aufsetzen. Denn ab diesem Alter brüten Adulte. Vom ersten Flügelschlag an bewegen sie sich durch den freien Luftraum, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Der Körper mit den langen, schmalen Flügeln (Spannweite 40 cm) und der aerodynamischen Spindelform ist vorzüglich an das Luftleben angepasst. Das Blut weist ein spezielles Hämoglobin auf, welches die vermehrte Aufnahme von Sauerstoff ermöglicht. Damit können Mauersegler ohne Probleme in Höhen von 1000 bis 3000 Metern fliegen. Sie erreichen auf dem Zug eine Geschwindigkeit von 40, bei Flugspielen über 100 und maximal sogar 200 km/h.

Fliegend sammeln sie Blattläuse, Käfer, Fliegen, Spinnen oder – in Afrika – Termiten. Die Nahrung für die Nestlinge wird in einem Kehlsack gesammelt und nur periodisch ans Nest gebracht. Bei günstigen Bedingungen füttert ein Paar über 20’000 Insekten pro Tag. Dünne Halme, Fasern und Federn werden in der Luft aufgeschnappt und mit Speichel zu einer flachen Nestmulde verklebt.

Nicht brütende Mauersegler sammeln sich abends und nächtigen gegen den Wind fliegend in grossen Höhen in aufsteigender, warmer Luft. Dabei schlagen sie so wenig wie möglich mit den Flügeln und ruhen sich so aus. Bei stärkerem Wind werden sie verdriftet. Auch bei schlechtem Wetter machen Mauersegler Ausweichflüge von mehreren hundert Kilometern und kehren erst bei Wetterberuhigung an den Brutplatz zurück. Die Jungvögel können solche Zeiten mit einem Hungerschlaf (Torpor) überdauern. Sie reduzieren die Körpertemperatur und die Atemfrequenz und sparen so Energie. Diesen Zustand können sie 1 bis 2 Wochen überleben.

Ein Mauersegler bleibt der einmal gewählten Bruthöhle ein Leben lang treu. Bis zu 21 Jahre am selben Nistplatz sind nachgewiesen. Die grösste Gefährdung erwächst aus der Zerstörung der Brutplätze bei Renovationen. Oftmals wissen die Hausbesitzer gar nicht, dass sie fliegende Untermieter haben, oder es ist ihnen egal, was aus ihren Mauerseglern wird.

In der Umgebung von bestehenden Kolonien werden Nistkästen gerne angenommen. Es kann allerdings Jahre dauern, bis sie belegt werden. In der Zwischenzeit soll man die Kästen hängen lassen, auch wenn sie von Haussperlingen oder Staren belegt werden. Falls ein Mauersegler interessiert ist, wirft er die Vormieter raus. Bei Neubauten direkt Niststeine einbauen!

Bitte melden Sie bekannte Kolonien in unseren Gemeinden unter sumune@bluewin.ch. Danke.

„Lehnsch mir…?“

„Lehnsch mir…?“ ist eine Rubrik für alle, die lieber ausleihen statt kaufen und wegwerfen.
Wir führen und veröffentlichen eine Liste von Gegenständen die in Täuffelen, Gerolfingen und Hagneck unkompliziert ausgeliehen werden können.

Es geht doch allen gleich: Wir haben alles, und doch fehlt uns immer irgendetwas.
Genau an diesem Samstag bräuchte ich unbedingt ein Industriestaubsauger, Vertikutierer, Fadenmäher, Waffeleisen, Laminiergerät.

Schnell, was Billiges kaufen gehen?!
Nein, einfach auf der Seite „Lehnsch mir“ den geeigneten Ansprechpartner mit dem jeweiligen Gerät finden und kontaktieren.

Im Gegenzug, wie oft im letzten Jahr hast du dein Bretzeleisen, dein Dampfgerät, deine Fritteuse, deine Motorsäge, deine Bohrmaschine und deinen Dörrex gebraucht?

Stell dein Gerät auf die Liste und hauche ihm neues Leben ein!
Ausleihbedinungen (z.B. Rückgabefrist, Verschleiss, Beschädigungen) ist Sache der Ausleihparteien. Der Dorfverein stellt lediglich die Plattform zur Publikation zur Verfügung.

Rechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit der Rubrik „Lehnsch mir…?“ gegenüber dem Dorfverein sind ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer und reges Ausleihen!

Für die Rubrik „Lehnsch mir…?“
Monique Petignat

Hier geht’s zur Rubrik „Lehnsch mir“

Info 2575: Editorial

Glücklich sein
Peter Mathys, Gerolfingen

Sind Sie glücklich? Oder anders gefragt, wie glücklich sind Sie mit dem Leben allgemein? Auf einer Skala von 0 (todunglücklich) bis 10 (sehr glücklich)? Schliessen Sie doch für einen kurzen Moment die Augen und überlegen Sie, welche Zahl am besten zu Ihnen passt. 7, 8 oder vielleicht sogar 8.5. Oder in der momentanen Situation doch nur eine 6.5! Laut dem „World Happiness Report“ gehören wir Schweizer ja seit Jahren zu den Glücklichsten auf der Welt. 2019 befinden wir uns auf Platz 6. Vor uns liegen nur Finnland (1), Dänemark (2), Norwegen (3), Island (4) und die Niederlande (5). Die Autoren haben dabei Daten über die Selbstwahrnehmung der Bewohner gesammelt. Wichtige Faktoren bei der Messung des Glücks sind unter anderem das subjektiv empfundene Glück, die gefühlte Freiheit sein Leben selbst bestimmen zu können, die persönliche Wahrnehmung von Korruption und Grosszügigkeit in einem Land sowie Einkommen, Lebenserwartung und das zur Verfügung stehende soziale Netz. Auch die Grosszügigkeit der Befragten bei Spenden, negative Folgen wie Sorgen, Trauer und Wut fliessen mit ein. Dies ergibt eine Anzahl Punkte.
Maike van den Boom hat die 13 glücklichsten Länder der Welt besucht, um herauszufinden, was denn die Menschen in diesen Ländern so glücklich macht. Ihre Erfahrungen hat sie im Buch „Wo geht’s denn hier zum Glück“ zusammengefasst. Dabei hat sie herausgefunden, dass in erster Linie die sozialen Beziehungen zum Glücklichsein beitragen. Also Familie, Freunde, Gleichgesinnte im Verein oder ganz einfach das Zusammensein mit Menschen die wir mögen. Niemand kann alleine glücklich sein. Ebenso wichtig ist Vertrauen: Vertrauen in die Regierung, Vertrauen in die Mitmenschen. Im Norden Norwegens zum Beispiel schliessen die Menschen ihre Auto- oder Haustüre nicht ab. Es besteht ein Mehrwert darin, Menschen zu vertrauen und nur das Beste in ihnen zu sehen. Und ausnahmslos alle Glücksländer weisen einen gesunden und liebevollen Patriotismus auf. Tief im Innern ist man der Meinung, im besten Land der Welt zu leben. Das denke ich für mich auch.
Man unterscheidet zwischen passivem und aktivem Glück. Passives Glück ist das Glück aus der Achtsamkeit, wenn ich etwas wahrnehme: das schöne Wetter, die Natur, die eigene Zufriedenheit und die Fülle des Lebens. Dagegen können wir das aktive Glück bewusst steuern, schliesslich ist Glück ja ein Muskel, den wir trainieren können. Kennen Sie das Sprichwort „jede(r) ist seines Glückes eigener Schmied“? Richtig! Ob Sie denken, Sie seien glücklich oder Sie seien unglücklich; Sie haben immer Recht! In Deutschland und Österreich gibt es bereits an vielen Schulen das Schulfach „Glück“!
Meine persönliche Strategie, um glücklich zu sein: ich habe, notabene mit 54 Jahren, eine selbständige Arbeit begonnen, die ich gerne mache und die mich ausfüllt. Ich höre mir keine Nachrichten an und schaue keine Tagesschau. Schon gar nicht 10 vor 10. Schlechte Nachrichten kurz vor dem Einschlafen beeinträchtigen den Schlaf und das Gemüt. Die Tageszeitung lese ich nur sporadisch. Dafür lese ich Bücher und treffe mich mit Menschen, die mich in meiner persönlichen Entwicklung unterstützen und weiterbringen. Ich schaue auf die Ernährung, betätige mich sportlich, singe in einem Chor und bewege mich viel an der frischen Luft. Dabei geht es mir nicht nur um die frische Luft, sondern auch um das natürliche Licht. Denn unsere staatlich verordneten Sparlampen begünstigen eine depressive Stimmung. Ich schaue also in erster Linie auf mich. Denn nur wenn ich genügend Energie habe und glücklich bin, kann ich auch anderen Menschen Energie geben. Dabei schaue ich auch, dass in meinem Bekanntenkreis Menschen, die mir Energie geben und solche die von mir Energie bekommen, in etwa die Waage halten.
Glücklich sein hat nämlich auch einen Einfluss auf unsere Gesundheit. So schützt es konkret vor Herzinfarkten, Infekten und Diabetes – und natürlich vor Depressionen. Sogar die politische Ausrichtung hat einen Einfluss auf das Gemüt. Wer wissen möchte, warum links orientierte Politiker weniger glücklich sind als die rechts orientierten, und zwar über alle Staatsgrenzen hinweg, findet die Antwort im Buch von Eckart von Hirschhausen „Glück kommt selten allein …“ oder in der „World Value Survey“.
Eine Frage noch zum Schluss: Stellen Sie sich vor, Sie wären das Glück. Würden Sie dann gerne bei sich vorbeikommen?
Unter allen, die mir ihr persönliches Glücksgeheimnis und ihre Zahl auf der Scala von 0 – 10 verraten (peter.mathys@gmx.ch), verlose ich ein Exemplar des Buches von Hermann Scherer „Glücksgeschenke“.
Ich wünsche Ihnen eine glückliche Zeit.