„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quelle: milanvogelschutz.ch

Baumaterial für Mehlschwalben
Die Mehlschwalbe hat auch in unseren Gemeinden Mühe, Nistmaterial zu finden. Wir könnten der kleinen Glücksbringerin mit Lehmstellen unter die Flügel greifen. Der Vogelschutzverein Milan Biel zeigt wie.
Als Gebäudebrüterin hat sich die Mehlschwalbe an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Dennoch gehen ihre Bestände seit Jahren zurück. Wegen der zunehmenden Bodenversiegelung, der modernen Bauweise und der mangelnden Akzeptanz bei Hausbesitzern finden Mehlschwalben nur noch schwer Nestbaumaterial und geeignete Neststandorte.
Für den Bau und die Ausbesserung ihres Nests verwendet die Mehlschwalbe ein Gemisch aus Lehm, Steinmergel und Kalk.
Wir bieten den Mehlschwalben Lehmstellen und geeignetes Material für den Nestbau an. So erhalten wir bestehende Brutplätze. Mit dem Anbringen von Kotbrettern kann man verhindern, dass Kot und Baumaterial die Fassaden verschmutzen.
Mehlschwalben sind auf unsere Hilfe angewiesen. Richten Sie in Ihrem Garten oder auf einer freien Fläche (z.B. Carportdach) solche Lehmstellen ein. Die Lehmstelle sollte etwa 1 – 2 m2 gross und übersichtlich sein.
Die Bauanleitung Milan_Lehmstelle_Bauanleitung_dt.pdf finden Sie unter milanvogelschutz.ch/milan-verein.
Weitere interessante Informationen finden Sie unter den nachstehenden Links. Schauen Sie rein, es lohnt sich.

  • vogelwarte.ch/de/projekte/prioritaetsarten/artenfoerderung-mehlschwalben
    birdlife.ch
    birdlife-bern.ch
    ala-schweiz.ch

„Lehnsch mir…?“

„Lehnsch mir…?“ ist eine Rubrik für alle, die lieber ausleihen statt kaufen und wegwerfen.
Wir führen und veröffentlichen eine Liste von Gegenständen die in Täuffelen, Gerolfingen und Hagneck unkompliziert ausgeliehen werden können.

Es geht doch allen gleich: Wir haben alles, und doch fehlt uns immer irgendetwas.
Genau an diesem Samstag bräuchte ich unbedingt ein Industriestaubsauger, Vertikutierer, Fadenmäher, Waffeleisen, Laminiergerät.

Schnell, was Billiges kaufen gehen?!
Nein, einfach auf der Seite „Lehnsch mir“ den geeigneten Ansprechpartner mit dem jeweiligen Gerät finden und kontaktieren.

Im Gegenzug, wie oft im letzten Jahr hast du dein Bretzeleisen, dein Dampfgerät, deine Fritteuse, deine Motorsäge, deine Bohrmaschine und deinen Dörrex gebraucht?

Stell dein Gerät auf die Liste und hauche ihm neues Leben ein!
Ausleihbedinungen (z.B. Rückgabefrist, Verschleiss, Beschädigungen) ist Sache der Ausleihparteien. Der Dorfverein stellt lediglich die Plattform zur Publikation zur Verfügung.

Rechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit der Rubrik „Lehnsch mir…?“ gegenüber dem Dorfverein sind ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer und reges Ausleihen!

Für die Rubrik „Lehnsch mir…?“
Monique Petignat

Hier geht’s zur Rubrik „Lehnsch mir“

Info 2575: Editorial

Glück
Monique Petignat, Täuffelen

Ich wurde angefragt, ob ich ein Editorial schreiben würde. Klar gerne, aber über was soll ich schreiben? Unterhaltsam? Lustig? Ernst? Politisch? Was habe ich zu sagen, was andere lesen möchten?
Zum Glück kam meine Tochter von der Schule mit dem Auftrag, einen Text über Glück zu schreiben. Wir reden über Glück und schon habe ich ein so tolles Thema, das alle interessiert. Oder nicht?
Unser grösster Wunsch ist glücklich zu sein. Diese Sehnsucht ist der Werbung grösstes Glück. Sie versprechen uns, wenn wir dieses Auto kaufen, sind wir glücklich, wenn wir diese Reise buchen, erleben wir Glück, wenn wir das Shampoo kaufen und diese Diät machen, sind wir schön und glücklich. Facebook und all die andern Social Media lassen uns pausenlos das Glück der andern miterleben. Sind wir deshalb glücklicher? Wir alle wissen es genau: Wir haben alles und trotzdem sind wir nicht glücklich. Die Sehnsucht nach etwas, das wir nicht haben, bleibt. Wir täuschen uns und sagen, wenn wir nur noch das oder jenes hätten, dann wäre ich glücklich.
Pech gehabt, das stimmt nicht!
Zwei grosse Unglücke haben mich und meine Einstellung zu Glück verändert. Es gibt es nicht, das Glück. Das macht uns so unzufrieden, weil wir es nie finden werden, das perfekte Glück. Es gibt bloss einzelne glückliche Momente, die es gilt zu erkennen und wahrzunehmen. Manchmal sind sie äussert kurz, ja sekundenschnell und dann sind sie wieder vorbei. Für diese Momente braucht es weder Geld noch Status, dafür braucht es einzig und allein Aufmerksamkeit und Entscheidung.
Diese Momente sind da, vor unseren Füssen, ich muss sie nur aufmerksam erkennen und mich entscheiden, sie zu ergreifen. Die Katze, die ihr Fell an der ersten Frühlingssonne erwärmt. Ich sehe sie und entscheide mich, den Wäschekorb abzustellen und mich kurz zu ihr zu setzen, mein Gesicht mir von der Sonne streicheln zu lassen. Meine Lieblingsrose, die mich mit ihrem betörenden Duft anlockt. Ich sehe sie und entscheide, mich betören zu lassen und rieche an ihr. Ich brauche eine gewisse Langsamkeit, sonst renne ich an all diesen Gelegenheiten vorbei und haste dem Glück hinterher. Eine körperliche Bewegung fühlt sich langsam ausgeführt völlig anders an als schnell. Es ist aber ein und dieselbe Bewegung, die mir ein Glücksgefühl bescheren kann.
Glückliche Momente brauchen keinen Terminkalender, sie sind nicht planbar. Blumen und Geschenke am Valentinstag haben nicht dieselbe Wirkung wie ein Lächeln, ein herzliches Kompliment oder eine unverhoffte Umarmung an sonst einem Tag. Glückliche Momente brauchen nicht mehr Zeit, sondern meine Entscheidung, jetzt in diesem Moment ergriffen zu werden. Mein Kind, das mir genau jetzt etwas erzählen möchte oder mich umarmen möchte – ich entscheide mich, meine Tätigkeit zu unterbrechen, denn in ein paar Augenblicken will das Kind nicht mehr. Ich kann mich jetzt entscheiden, obwohl wir alle schon im Pyjama sind, die Winterkleider überzuziehen und im tiefverschneiten stillen Dorf einen Nachtspaziergang zu machen.
Es sind kurze, meist leise und unspektakuläre Momente, die mich glücklich machen, mich nähren, stärken, heilen. Das Glück daran ist, dass, wenn ich einen Anlass verpasse, muss ich nur aufmerksam auf den nächsten warten, er kommt ganz bestimmt, dann habe ich die nächste Chance mich anders zu entscheiden. Ich entscheide mich, den PC jetzt auszuschalten und dem Abendkonzert der Amsel zuzuhören, die jeden Abend singt. Gestern Abend war ich nämlich mal wieder zu schnell und zu abgelenkt.