„Rund ums Haus“

Hans Spielmann, Quelle: bombus.de 

Jahr für Jahr wiederholt sich, zumeist von uns Menschen unbeachtet, immer wieder ein faszinierender Zyklus.
Geschützt in der Erde verschlafen die Hummelköniginnen den Winter. Ab März locken die warmen Strahlen der Frühlingssonne sie aus dem Winterversteck. Frischer Blütennektar versorgt sie mit neuer Energie. Zu diesem Zeitpunkt gibt es ausschliesslich Königinnen! Alle anderen Hummeln, also Arbeiterinnen und Drohnen, sind im Herbst gestorben.

Auf sich allein gestellt, sucht die Königin ein neues Nest zu gründen. Dazu inspiziert sie verlassene Mäusehöhlen, aber auch alte Vogelnester, Baumhöhlen usw., bis sie einen geeigneten, geschützten und trockenen Platz gefunden hat. Material wie Laub, Moos oder Tierhaare, das sich vom Vormieter noch dort befindet, wird zerbissen und zu einer 3 – 4 cm grossen Kugel verflochten.

Ist das Nest fertig, beginnt die Hummel, einen Vorratsbehälter aus Wachs zu formen, der anschliessend mit Honig und Blütenpollen gefüllt wird. Außerdem wird die erste Hummelwabe, ein kleines rundes Tönnchen, gebaut und mit Blütenpollen gefüllt.

Nach 2 – 4 Tagen ist diese Arbeit erledigt, die Königin legt in die Wabe 5 – 15 Eier und verschliesst sie mit Wachs. Die Wabe mit den Eiern wird anschliessend von der Königin „bebrütet“, d.h. durch „Leerlauf“ der Flügelmuskulatur erwärmt. In dieser Zeit verlässt die Königin das Nest nur für wenige Minuten am Tag. Sie ernährt sich nun von dem zuvor angesammelten Honigvorrat.

Nach fünf Tagen ist es dann soweit, aus den Eiern schlüpfen die ersten Larven, die sich nach weiteren acht Tagen verpuppen. Während der Verwandlung der Larve in eine Hummel entsteht in den Kokons Wärme, die wiederum hilft, neue Eier zu bebrüten. Nach weiteren zehn Tagen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die bereits zwei Tage später zum Arbeitseinsatz bereit sind. Vier Wochen lang muss die Königin also alleine
werken! Die ersten Tage kümmern sich die neuen Arbeiterinnen um die neue Brut. Danach fliegen sie aus, um Honig und Pollen zu sammeln. Der erste Schlupf bringt ca. 5 – 10 Arbeiterinnen, der zweite bereits ca. 15 – 20, der dritte 30 usw., bis ein Volk voll entwickelt ist und je nach Art 50 – 600 Insekten umfasst.

Im August werden Drohnen und junge Königinnen gross gezogen. Auf dem „Hummelflug“ begatten die Drohnen die Jungköniginnen. Die Drohnen erfüllen damit ihre Lebensaufgabe und sterben bald darauf. Die Jungköniginnen suchen sich für den Winterschlaf einen frostgeschützten Ort, meist im Boden. Neun von zehn Hummelköniginnen überleben den Winter nicht.

Ein Nistkasten kann die Hummeln beim Nestbau unterstützen. Interessierte finden Rat unter: das–hummelhaus.de oder im Hummel-Forum
pollenhoeschen.de

 

„Lehnsch mir…?“

„Lehnsch mir…?“ ist eine Rubrik für alle, die lieber ausleihen statt kaufen und wegwerfen.
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Ausleihbedinungen (z.B. Rückgabefrist, Verschleiss, Beschädigungen) ist Sache der Ausleihparteien. Der Dorfverein stellt lediglich die Plattform zur Publikation zur Verfügung.

Rechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit der Rubrik „Lehnsch mir…?“ gegenüber dem Dorfverein sind ausgeschlossen.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer und reges Ausleihen!

Für die Rubrik „Lehnsch mir…?“
Monique Petignat

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Info 2575: Editorial

In der Ruhe liegt die Kraft
Thomas Buser, Gerolfingen

Dieses bekannte Zitat stammt von Konfuzius, einem chinesischen Philosophen, welcher ca. 500 vor Christus gelebt hat. Sein zentrales Lehr-Thema war die menschliche Ordnung, welche seiner Meinung nach durch die Achtung anderer Menschen und die Ahnenverehrung erreichbar sei.

Heute 2’500 Jahre später sind wir weit von diesem Denken entfernt. Um Ruhe zu finden, muss man weit weg, es gibt nur noch ganz wenige Gebiete, welche nicht vom menschlichen Lärm beschallt werden. Und wer heute noch Achtung vor dem Anderen hat, gilt als Spiesser. Egoismus, Narzissmus, Neid, Missgunst und Häme sind der gute Ton. Dann noch Ahnenverehrung? Was sind schon Ahnen? Ah ja, die, welche uns mit ihrem spärlichen Erbe ein paar Tage noch unbeschwerteres Leben als wir sonst schon haben, ermöglichen.

So würde es wahrscheinlich aus Sicht von Konfuzius aussehen. Ist dem aber wirklich so? Er würde wohl finden, dass seine Aussage heute mehr denn je gilt. Was tue ich, wenn ich müde, also kraftlos bin? Ich ziehe mich in die Stille zurück und schlafe. Tanke Energie, entschlacke und stehe am Morgen voller Kraft wieder auf. Was tue ich, wenn ich gestresst und voller Wut auf das Leben bin? Ich mache mit bei einem Meditationskurs, gehe in den Wald spazieren oder gehe wieder einmal in die Kirche. Was auch immer ich tue, es beginnt immer damit, sich auf sich selbst und sein Inneres zu konzentrieren. Und das geht nur in der Stille.

Viele Menschen haben heute leider die Kraft nicht mehr, sich der Stille zu ergeben und sich mit ihrem eigenen Spiegelbild zu befassen. Deshalb ist es wichtig, dass wir ihnen die nötige Achtung entgegenbringen, gerade dann, wenn wir sie nicht verstehen. Und damit die Kraft geben, sich zu besinnen.